Tür: Außen- und Innentür?

Die ersten Behausungen, die von Menschen erbaut wurden, waren aus Astgeflecht, Holzpfosten, Lehm oder Stein und verfügten in der Regel nicht über eine verschließbare Eingangstür. Sondern zum Schutz vor dem Eindringen von Haus- oder Raubtieren wurde ein versetzbares Flechtgitter genutzt. Die Türverschlüsse und auch die Fensteröffnungen erschienen erst später. Ebenso wenig gab es im inneren Türen. Die antiken und mittelalterlichen Türen verfügten zumeist über seitliche Zapfen, die in den passenden Aushöhlungen in der Schwelle und im Sturz verankert waren.

Als wichtigster Einzelfund wurden bei den Rettungsgrabungen am Opernhaus Zürich eine etwa 5000 Jahre alte Holztür gefunden, die in die Geschichte eingehen könnte. Diese Tür ähnelt dem Exemplar, dass in Pfäffikon gefunden wurde, aber ist deutlich besser erhalten. Die Tür besteht aus drei Brettern, die durch ausgefeilte Steckverbindungen zusammengehalten werden, selbst die Türangel ist erhalten.

Die grundlegenden Bauformen

  • Die Anschlagtür

Bei ihr handelt es sich um die häufigste Version. Sie verfügt über ein bewegliches Türblatt, das drehbar ist und mit zwei oder mehreren Scharnieren (Türbändern) am Türrahmen (Zarge, Türfutter) befestigt ist.

  • Die Schiebetür

Diese ist mit Laufschienen am Rahmen befestigt und in diese ist ein Türblatt aufgehängt oder eingefügt, welches zur Seite verschiebbar ist.

  • Die Falttür

Bei dieser Tür ist der Türflügel durch Scharnierbänder oder flexible Streifen in mehrere Teile gegliedert, die sich beim Öffnen der Tür dann aus ihrer Schließebene herausfalten.

Die einzelnen Türbestandteile im Bauwesen

  • Das Türblatt

Das Türblatt ist das bewegliche Teil der Tür.

  • Der Türstock: der Teil des Rahmens, in dem die Tür schließt.
    • Der Türsturz: Ist der obere Teil des Stocks und trägt die Last der Wandbereiche oberhalb der Tür und leitet diese auf die Steher ab.
    • Die Türschwelle ist der bodenseitige Abschluss und ist zumeist bündig oder überdeckt. Gleichzeitig bildet die Türschwelle auch den Übergang zwischen zwei unterschiedlichen Bodenbelägen, der durch die Tür getrennten Räume.
    • Die Türzarge (Türfutter): Diese besteht aus einem dreiteiligen Rahmen mit einer Schwelle (Schiene) unten. Die drei Seiten, oben, links und rechts, sind gleich ausgeführt. Die Zarge wird ein einem Stück geliefert und eingebaut, wenn sie aus Stahl besteht. Holzzargen werden vor Ort zusammengesetzt und eingesetzt.
    • Der Blindstock: Dieser ist ein nicht sichtbares Element bei einer fertigen Tür. Bereits im Rohbau wird dieser eingesetzt. Der Blindstock fungiert zusätzlich zur Putzleiste und mit ihm wird es möglich, den fertigen Stock erst später, nachdem der Fußboden verlegt ist, einzubauen. Somit sind Stock und Türblatt vor etwaigen Schäden geschützt. Der Türstock besteht ursprünglich aus starken, rohen Hölzern und wird nachher verblendet.
    • Die Blende ist ein sichtbarer Teil des Stocks und wird oft auch als Zierblende aufgeführt und ist bei der Zarge mit integriert.
  • Die Türfalz

Diese kann gefälzt oder auch stumpf bzw. gerade sein. Bestehen besondere Ansprüche in der Wärme- und Schalldämmung, dann kann diesen mit einer Doppel- oder Dreifachfalz nachgekommen werden. Die DIN 4109 regelt die Vorgaben für Schallschutztüren und Schalldämmwerte bis über 40 dB können erreicht werden.

  • Die Türdichtung: Sie besteht bei den modernen Türen aus Polyurethan oder Gummi. Diese wird in einem Stück rund um das Türblatt in die Zarge montiert und bildet damit einen geschlossenen Abschluss. Durch einen Schleifer kann auch eine Bodendichtung ermöglicht werden.

Eine Haustür ist ständig in Gebrauch

Bei einer Tür handelt es sich um eines der präsentesten Teile eines Hauses und ist ständig in Gebrauch. Somit ist es wichtig, bei das richtige Modell auszuwählen.

Wichtig ist, dass eine Haustür langlebig ist und zudem sicher und möglichst wartungsfrei. Das Türblatt sollte schwer und massiv sein und die Tür sollte sich ohne große Probleme öffnen und leise ins Schloss fallen, wenn sie geschlossen wird. Die meisten der Haustüren sind aus Kunststoff oder Holz gefertigt, wobei Letzteres sehr natürlich wirkt und in den verschiedensten Variationen erhältlich ist. Allerdings muss ein solches Modell häufiger mit dem entsprechenden Öl behandelt und regelmäßig gestrichen werden – denn ansonsten verwittert das Holz. Eine Kunststofftür ist wesentlich pflegeleichter und auch bereits in den verschiedensten Varianten erhältlich.

Ebenso wichtig ist es, auf eine gut gedämmte Haustür zu achten, denn diese hilft Energie zu sparen. Selbst wenn eine solche Tür in der Anschaffung teurer ist, so rentiert sich diese Mehrinvestition sehr schnell. Eine Energiespartür weist eine Profilstärke von 80 mm auf und ist zudem mehrfach abgedichtet. Ist diese noch mit Dreifach-Wärmeschutzglas-Elementen kombiniert, dann bleibt die Wärme dort, wo sie hingehört: im Haus.

Auch ist es wichtig, auf einen guten Schallschutz zu achten, besonders dann, wenn der Eingangsbereich an einer sehr belebten Straße liegt. Eine Schallschutztür besteht zumeist aus ganz speziellen Türblättern mit einem ein- oder zweischaligem Aufbau. Zudem verfügen sie auch über ganz besondere Abdichtungen zwischen der Zarge und der Türfalz sowie zwischen Tür und Fußboden.

Sicherheit muss eine Tür bieten

Wichtig ist, dass eine gute Haustür Sicherheit bieten muss und daher sollte beim Kauf einer solchen darauf geachtet werden, dass sie aus stabilen Materialien gefertigt ist. Zudem sollte sie mit einbruchshemmenden Schlössern ausgestattet sein und ggf. auch über einen Sicherungsriegel verfügen. An der Widerstandsklasse kann eine gute Haustür erkannt werden. So braucht ein geübter Einbrecher gute fünf Minuten um eine Tür die über die Widerstandsklasse 2 verfügt zu öffnen. Das bedeutet, je höher die Widerstandsklasse ist, desto länger benötigt der Einbrecher diese zu öffnen.

Förderungen für neue Türen

Wer sich für eine energetische Sanierung mit neuen Türen entscheidet, der kann sogar vor Baubeginn bzw. vor der Umsetzung bei der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) einen Investitionszuschuss beantragen. Von der KfW werden für die Erneuerung von Türen und auch von Fenstern verschiedene Konditionen angeboten.

Die KfW gewährt im Programm 430 einen Zuschuss auf die Materialkosten und den fachgerechten Einbau der Türen – wobei die Auszahlung maximal 5.000 Euro beträgt. Innerhalb des Programms 152 wird ein Kredit mit niedrigen Zinsen angeboten und für Einzelmaßnahmen ist ein Kredit von 50.000 Euro möglich – dieser muss innerhalb von drei Monaten für das zugeschriebene Projekt eingesetzt werden.